Der Stablecoin Tether stand schon seit längerer Zeit unter Verdacht, nicht zu 100 Prozent durch US-Dollar gedeckt zu sein. Die Verantwortlichen bei Tether haben diesen Vorwurf immer wieder abgestritten und auf der vollständigen Deckung durch den Dollar beharrt. Nun ist es aber zu einer Rolle rückwärts gekommen, denn die Passagen, bei denen es um die Deckung des Stablecoins geht, wurden von Tether auf der Website des Unternehmens abgeändert. In der neuen Version des Textes ist plötzlich nicht mehr von einer ausschließlichen Deckung durch den Dollar die Rede. Stattdessen heißt nun, dass die Tether-Reserven „sowohl traditionelle Währungen sowie Bargeld beinhalten sowie von Zeit zu Zeit andere Assets“.

Was sind die Folgen für die Tether-Nutzer? Aus der Erklärung geht hervor, dass die Rücklagen des Stablecoins bunt gemischt sind. Zwar ist auch weiterhin die Rede davon, dass „jeder Tether (…) 1 zu 1 an den Dollar gebunden“ sei, doch vor allem die „anderen Assets“ lassen aufhorchen. Denn zu den letzteren zählen auch digitale Währungen und diese sind für ihre teilweise extremen Kursschwankungen bekannt. Und das ist ein Problem. Die Aufgabe eines Stablecoins besteht normalerweise darin, durch die 1:1-Deckung mit einer Fiatwährung den Nutzern Sicherheit und Stabilität zu vermitteln. Wenn jedoch ein Teil der Rücklagen des Stablecoins selbst großen Schwankungen unterlegen ist, dann darf man durchaus die dauerhafte Liquidität von Tether in Frage stellen.

Tether

Quelle des Bildes: Cryptomonday.de

Dieser Vorfall wirft auch ein schlechtes Licht auf die Firmen, die die (vermeintlich) unabhängigen Audits durchgeführt haben. Es wäre deren Aufgabe gewesen, bei den Untersuchungen auf die Unstimmigkeiten zu stoßen.

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