Nachdem sich die internationale Gemeinschaft dazu entschieden hatte, die Wirtschaftssanktionen für den Iran zu verlängern, sucht der Staat nach weiteren Möglichkeiten diese zu umgehen. Das Land, welches zurzeit der drittgrößte Öllieferant der Welt ist, wird dem Vorbild Venezuelas folgen und dafür Kryptowährungen nutzen. Venezuela veröffentlichte eine eigene Kryptowährung, die an die Ölproduktion des Landes gebunden ist.

Iran: Zentralbank arbeitet an Richtlinie

Iran wird das Mining von Kryptowährungen offiziell als legale Aktivität innerhalb des Landes anerkennen. Außerdem wird die Zentralbank schon innerhalb der nächsten 18 Tage eine Richtlinie für die Branche ausarbeiten.

Abolhassan Firouzabadi, Sekretär eines speziellen Gremiums für digitale Angelegenheiten, erklärte gegenüber der Nachrichtenseite IBENA die Vorteile von Kryptowährungen für den Iran. Durch den Nutzen von digitalen Coins könne man den Handel zwischen Teheran und den Handelspartnern stärken, besonders wenn man die US-Sanktionen im Hinterkopf behält.

Der IBENA zufolge bestätigte Firouzabadi, dass das Mining als „Industrie von der Regierung und allen Behörden akzeptiert wird”. In dem Artikel der IBENA, die sich auf Wirtschafts- und Rechtsfragen spezialisiert hat, heißt es weiter:

„Aber die endgültigen Richtlinien für die Gesetzgebung wurden bis jetzt noch nicht veröffentlicht.“

Helfen Kryptowährungen bei der Umgehung von Wirtschaftssanktionen?

Die US-Regierung hat sich dazu entschieden die Sanktionen, die unter der Obama-Regierung aufgehoben wurden, erneut zu erlassen. Davon betroffen ist vor allem der Handel mit Öl, welcher von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung für den Iran ist.

Hinter den OPEC-Mitgliedsstaaten Saudi-Arabien und Irak ist der Iran das drittgrößte ölexportierenden Land der Welt. Die Regierung will mit der Hilfe von Kryptowährungen den erwarteten Preisverfall des Petrodollars ausgleichen.

Der Iran ist nicht der erste Staat, der Wirtschaftssanktionen mithilfe von Kryptowährungen umgehen will. Erst im Februar veröffentlichte Venezuela eine eigene Kryptowährung, den Petro. Dabei handelt es sich um eine Kryptowährung, die an Öleinheiten gebunden ist. Nachdem der Petro zunächst erste Erfolge verzeichnen konnte, zeigt die Bevölkerung kein großes Interesse an der Coin. Des Weiteren berichteten verschiedene Nachrichtenseiten davon, dass die Öleinheiten, die den Preis der Währung halten sollten, nicht existieren. Die US-Regierung hat sich im Gegenzug dazu entschieden, den Kauf des Petros für amerikanische Staatsbürger zu verbieten.

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Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.


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