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Gerechtigkeit und Gleichheit bei den Top-16-Coins – BitcoinBlog.de – das Blog fü…


“Wenn sie kein Brot haben, warum essen sie dann keine Torte?” Bild von Rexness via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Ein Diagramm stellt die Vermögensverteilung bei den 16 wichtigsten Kryptowährungen dar. Die Unterschiede sind gewaltig – und zeigen, welche sozialen und ökonomischen Folgen eine technische Grundsatzentscheidung haben kann.

Das Thema Gleichheit und Ungleichheit bei Bitcoin ist seit langem kontrovers. Es gibt dazu grob abgesteckt zwei Einstellungen:

Auf der einen Seite kritisieren viele Menschen, dass die Reichtumsverteilung bei Bitcoin extrem ungleich ist. So schlimm – oder noch schlimmer – als in den ungerechtesten Ländern der Welt. Die Early Adoper – also die frühen Nutzer, die sich zu Spottpreisen mit Coins eindecken konnten – profitieren unverhältnismäßig stark, und wenn wir morgen den Euro durch Bitcoin ersetzen, schaffen wir eine unglaublich ungleiche Gesellschaft.

Auf der anderen Seite gibt es bei Bitcoin eine verbreitete kapitalismus-freundliche Haltung, die Ungleichheit nicht als Fehler, sondern als notwendige Konsequenz eines leistungsorientierten Systems feiert. Die Early Adopter waren eben früh aufmerksam und haben früh und mutig investiert. Da ist es nur fair, dass sie auch besonders stark profitieren. Außerdem darf man davon ausgehen, dass sich die Ungleichheit im Lauf der Zeit abbaut, wenn immer mehr Menschen Bitcoin benutzen.

Jenseits des Aspektes der sozialen Gerechtigkeit dürfte die Verteilung aber auch für Investoren interessant sein. Denn je zentraler der Besitz von Coins in einer Währung ist, desto anfälliger wird diese für Preis-Manipulationen durch die zentralen Akteure; und je verteilter der Besitz ist, desto resistenter ist der Coin dagegen, dass der Abverkauf großer Wallets zu einem Verfall des Preises führt.

Die Verteilung bei den verschiedenen Währungen

Manche Altcoins sind angetreten, um fairer zu sein als Bitcoin.  Ist es nicht gerechter, wenn die Distribution der Währungseinheiten erst beginnt, wenn die Welt von Kryptowährungen weiß, anstatt wie bei Bitcoin über Jahre hinweg in klandestinen Nischen des Netzes stattzufinden? Ein vor kurzem verbreitetes Diagramm zeigt aber, dass es mit der Fairness bei den meisten Altcoins nicht besonders weit her ist.

Die blauen Säulen in diesem Diagramm stellen dar, wie viel Prozent der gesamten Menge verfügbarer Coins von den Top-10-Adressen gehalten werden. Der Urheber des Diagramms hat sich die Mühe gemacht, diesen Wert für die Top-16-Kryptowährungen auszurechnen. Natürlich ist die Aussagekraft beschränkt. Auf der einen Seite können die zehn größten Adressen die Adressen von Börsen sein, die damit die Coins sehr vieler Personen repräsentieren. Auf der anderen Seite kann ein einzelner seine Coins auf sehr vielen Adressen verteilen. Die Methode der Top-Ten-Adressen kann also sowohl etwas signalisieren, was nicht zutrifft, als auch wertvolle Informationen ignorieren.

Dennoch dürften die blauen Säulen gute Hinweise zur generellen Vermögensverteilung bei Kryptowährungen geben. Die Unterschiede zwischen den Coins sind gewaltig. Bei Bitcoin halten die zehn reichsten Adressen nur einen recht geringen Anteil; die größte Kryptowährung scheint damit auch die zu sein, die am fairsten verteilt ist. Diese Verteilung wurde nicht vollständig, aber recht weitgehend auch bei den Bitcoin-Forks Bitcoin Cash und Bitcoin SV reproduziert. Auch alte, Bitcoin-ähnliche Kryptowährungen, wie Litecoin und Dash, zeigen eine relativ faire Verteilung. Auch Ethereum scheint noch einigermaßen in Ordnung zu sein. Alle anderen Währungen sind aber ein Alptraum für jeden, der auch nur ein Stückchen an Verteilungsgerechtigkeit interessiert ist.

Alles außer Proof-of-Work führt zu extremer Ungleichheit

Schon bei Ripple halten die zehn größten Adressen beinah 50 Prozent. Beim Ripple-Ableger Stellar sind es sogar beinah 90 Prozent. Das ist insofern bemerkenswert, als bei diesen beiden Währungen behauptet wurde, man könne die Verteilung der Coins besser lösen, wenn man sie nicht durch Mining-Kartelle erzeugt, sondern an eine zentrale Institution abgibt – bei Ripple eine Firma, bei Stellar eine Stiftung – die sie nach bestimmten Vorgaben ausschüttet. Wenn man sich die Zahlen anschaut, kann dieses Modell als gescheitert gelten.

Auch die andere geläufige Alternative zum Mining, die Schöpfung durch eine ICO, führt zu einer ähnlich unbefriedigenden Verteilung. Bei EOS und Binance Coin (BNB) sind ebenfalls rund 90 Prozent der Coins auf wenigen Adressen, bei TRON und IOTA sieht es ein Stückchen besser aus, bleibt aber verheerend. Cardano schließlich ist der einzige Proof-of-Stake-Coin in dieser Liste und glänzt mit einer ziemlich ungleichen Verteilung.

Die vielleicht interessanteste Schlussfolgerung aus dem Diagramm dürfte daher sein, dass eine technische Grundkonfiguration darüber entscheidet, wie gerecht es in einer Krypto-Ökonomie zugeht. Wenn Coins durch Mining geschöpft werden, gibt es gute Chancen, dass die Währung im Lauf der Zeit eine annehmbare Verteilungsgerechtigkeit erreicht; werden sie dagegen durch eine ICO geschöpft oder einer Institution gutgeschrieben, die die Münzen dann verteilt, sind die Chancen dafür kaum vorhanden. Auch Proof of Stake scheint in dieser Perspektive keine gute Lösung zu sein, auch wenn man einschränken muss, dass Cardano als einzelnes Beispiel nicht ausreicht, um ein ganzes System zu bewerten (zudem ist die Geldschöpfung bei Cardano noch nicht wirklich dezentralisiert).

Technik und die sozialen Umstände gehen also Hand in Hand. Wie die Ökonomie der Zukunft beschaffen sein wird, hängt damit auch von einzelnen, grundsätzlichen technischen Parametern ab.


Herrlich sowas diese Newsschlagzeile veröffentlichte

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