"Zug" von Patrick Nouhailler über flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Natürlich ist es Zug. Der reichste Schweizer Kanton akzeptiert ab 2021 Bitcoin und Ether für Steuerzahlungen von bis zu CHF 100.000. Die Unternehmen im Crypto Valley sollten sich freuen.

Einige Ökonomen stellen fest, dass Geld nur das sein kann, was eine Regierung für Steuern akzeptiert. Wenn ja, dann werden Bitcoin und Ethereum spätestens 2021 endlich Geld. Zumindest im Schweizer Kanton Zug. Die Tatsache, dass es genau hier passiert, sollte für Beobachter alles andere als überraschend sein.

Zug ist ein eher kleiner Kanton in der Zentralschweiz, in dem gut 120.000 Menschen leben. Er ist bekannt für seine wirtschaftsfreundliche Steuerpolitik, die dafür gesorgt hat, dass Zug zum reichsten Kanton der ohnehin schon recht reichen Schweiz geworden ist. Sowohl die Besteuerung als auch der Wohlstand machen Zug zu einem begehrten Standort für die Kryptoindustrie, die sich hier unter dem Label " Crypto Valley " niedergelassen hat.

Ab Februar 2021 können viele ansässige Kryptofirmen sie gegen Schweizer Franken eintauschen, wenn sie ihre Steuerschulden an die kantonale Verwaltung zahlen. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen können mit Bitcoin oder Ether bis zu CHF 100.000 bezahlen, nachdem sie die Steuerverwaltung benachrichtigt und einen QR-Code erhalten haben. Um diese Zahlungen einzurichten, arbeitete der Kanton mit der Firma Bitcoin Suisse von Niklas Nikolajson zusammen. Dadurch werden Bitcoin und Ether sofort in Schweizer Franken umgewandelt, was bedeutet, dass der Kanton keine Wechselkursrisiken eingeht, sondern auch die Möglichkeit verpasst, an Preiserhöhungen teilzunehmen.

Zug akzeptiert als erster Schweizer Kanton Kryptowährungen für Steuern. Neben ihm ist nur eine Regierungsbehörde dafür bekannt, dasselbe zu tun – die kleine Stadt Chiasso die sich ebenfalls in der Schweiz befindet. Zumindest Ende 2017 kündigte sie an, ab 2018 Steuerzahlungen in Bitcoin zu akzeptieren, obwohl dies eher symbolisch zu verstehen ist, da die maximale Steuerschuld hierfür CHF 250 beträgt.

Die Stadt Zug in der Das Herz des Crypto Valley hat lange Zeit viel unternommen, um mit Kryptowährungen umzugehen. Zum Beispiel akzeptiert sie bereits Kryptowährungen für städtische Dienstleistungen und experimentiert auch mit auf Ethereum basierenden Identitätslösungen um beispielsweise Kommunalwahlen elektronisch zu organisieren.


Genialer Text dieser Inhalt kam von
[ENGLISH]