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Börsen eröffnen Handel mit Bitcoin Cash wieder — Bitcoin SV jagt Rekordblock dur…


Verärgerter Elefant im Dschungel. Bild von Justin Ennis via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Noch läuft der Hashwar, doch die Handelsplätze kehren wieder zum Alltag zurück. Die ABC-Blockchain erhält das Tickersymbol BCH, doch SV gibt sich nicht geschlagen und produziert den größten Block, der jemals mit einer Bitcoin-Software geschaffen wurde.

In der Regel entscheidet nicht der Sieger, wann ein Krieg zu Ende ist, sondern der Verlierer, indem er aufgibt. Dementsprechend tobt der Hashwar um Bitcoin Cash noch weiter. Aber immerhin scheint es für Zivilisten sicher zu sein, sich durch das Kriegsgebiet zu bewegen. Das lädt zum Traden ein.

Die meisten Börsen listen mittlerweile die ABC-Chain als “Bitcoin Cash” unter dem Ticker-Symbol BCH. Dies ist bereits so weit Konsens, dass auch Coinmarketcap und Coin.Dance folgen. Sogar Calvin Ayre, Besitzer von CoinGeek, dem wichtigsten Mining-Pool von Bitcoin SV, räumt ein, dass ABC die Abkürzung BCH bekommt, während sich Bitcoin SV in das Kürzel BSV fügt: “SV ist der einzige echte Bitcoin und wird dies überleben und gestärkt daraus hervorgehen.”

Damit wurde also BSV, “der einzig echte Bitcoin”, geboren, zehn Jahre nach dem Bitcoin-Whitepaper. Für die Börsen beginnt nun nach einigen Tagen Hashwar-Pause wieder der Alltag: Der Handel läuft weiter, nach und nach werden wieder Ein- und Auszahlungen in Bitcoin Cash zugelassen, zum Teil sogar schon für BSV. Auch Bitcoin.de hat den Handel mit BCH auf Basis der ABC-Chain wieder aufgenommen und wird zügig Ein- und Auszahlungen reaktivieren. Die BSV-Coins sollen dann später ausgeschüttet werden.

Der Preis von Bitcoin Cash hat unter der Aktion heftig gelitten. Wie gestern bereits erwartet, ist BCH im Ranking der Kryptowährungen um einen Platz gefallen und steht nun hinter Stellar und vor EOS. Mit einem Preis von weniger als 200 Euro und weniger als 0,05 Bitcoin rangiert Bitcoin Cash nach dem laut Webseite nun “vollendeten geplanten Upgrade” schlechter da als jemals zuvor. Wer noch eines Beweises bedurft hat, das strittige Hardforks ohne trifftigen Grund verheerende Folgen zeitigen, dürfte ihn nun haben.

Der Split der durch die Community und das Ökosystem geht, ist unübersehbar. Während sich die Entwickler-Teams mal mehr, mal weniger begeistert auf die ABC-Seite schlagen, ordnen sich Plattformen wie Yours bzw. Moneybutton oder Fivebucks auf der SV-Seite ein. Die Blockchain-Tweet-Plattform Memo.Cash versucht derweil noch, die Lösung aufrechtzuerhalten, mit beiden Chains zu arbeiten. Auch in Foren und Chatkanälen ist die Stimmung gespalten, und die Fronten sind dabei, sich zu verhärten. Es ist fraglich, ob sich der Riss jemals kitten lässt.

Selbst wenn Roger Ver von Bitcoin.com recht hat, dass ABC – und damit er selbst  – den Hashwar gewonnen hat, war der Preis dafür unverantwortlich hoch. Sich nun auf die Schulter zu klopfen, und einfach so weitermachen wie bisher, um im Mai die nächste Hardfork einzuleiten – das dürfte nicht eben der Kurs sein, auf den die Märkte hoffen. Daher dürfte die Diskussion der kommenden Hardfork recht spannend werden.

Gleichzeitig ist es fraglich, ob ABC tatsächlich bereits den Krieg gewonnen hat. Denn gewöhnlich enden Kriege erst, wenn eine Seite aufgibt oder beide Seiten kriegsmüde sind. Davon ist bislang noch nichts zu spüren. Bitcoin.com und die Pools von Bitmain, Antpool und BTC.com minen weiterhin mit Verlust auf der BCH-Chain, während CoinGeek und nChain weiterhin auf der SV-Chain arbeiten. Beide Parteien verbrennen Strom und Geld. Schätzungen zufolge 300.000 bis 500.000 Dollar je Tag, wozu noch die massiven Verluste durch die eingebrochenen Kurse kommen.

Der Tanz der beiden Hashrates. Orange ist ABC, rot SV. Quelle: Coin.Dance

Die Hashpower der beiden Chains fluktuieren miteinander, als würden sie tanzen; die ersten Tage des Hashwars haben die BCH-Miner genau so viel Hashes produziert, dass sie der SV-Chain immer ein Stückchen voraus ist. Gestern haben die SV-Miner nun etwas Hashpower abgezogen. Wohin, weiß niemand so genau. Es könnte sein, dass sie einen Angriff auf die BCH-Chain vorbereiten; sie könnten aber auch BTC minen. Der Sicherheit wegen haben die BCH-Miner seitdem ihre Hashpower wieder erhöht. Mittelfristig dürfte entscheidend sein, welche der beiden Seiten dieses teure Spiel länger durchhält.

Aber so, als wäre der ganze Krieg gar nicht da, hat Bitcoin SV gestern einen Stresstest veranstaltet. Da Ziel war es, Blöcke zu produzieren, die größer sind als 32-MB-Limit von ABC. Die Blockchain wurde also mit Transaktionen geflutet, und die Größe der Blöcke lag fast durchgehend bei 10 Megabyte oder mehr. Gestern Nacht gab es auch prompt zwei neue Rekordblöcke: Zuerst einer mit 38 Megabyte, dann einer mit 64 Megabyte. Block 557335 enthält 334.074 Transaktionen und ist damit der größte jemals mit einem Bitcoin-System im Livenetz gefundene Block; vielleicht auch der größte Block überhaupt, der jemals für eine dezentrale Kryptowährung gebildet wurde.

Für das Netzwerk von SV war dies keine geringe Herausforderung. Berichten zufolge hat der Block bis zu einer halben Stunde gebracht, um von anderen Knoten verarbeitet zu werden. Die Nodes einiger Dienstleister und Börsen sind für einige Zeit bis zu mehreren Stunden eingefroren, und die Anzahl der Orphans, der verwaisten Blöcke, ist dramatisch angestiegen. Das Netzwerk schafft Blöcke in dieser Größe, ohne Frage, aber es ist hart für Full Nodes und Service-Provider, und als Dauerzustand derzeit nicht haltbar.

Für Big Blocker, wie man sie bei BCH eigentlich vermuten sollte, ist der 64-Megabyte-Block dennoch ein großer Erfolg. Ein Rekord, mehr, als man vemutet hätte, dass es das Bitcoin-Netzwerk schafft. Die ABC-Entwickler dagegen reagieren eher mit Skepsis. Sie betonen die lange Dauer der Propagierung, die Ausfälle bei Dienstleistern, und die Vermutung, dass man dasselbe Ergebnis auch im Testnet hätte erzielen können. Ohnehin – es komme nicht auf einzelne Blöcke an, sondern auf die durchgängige Belastung.

Die Reaktion auf den Monsterblock illustriert den Split in der Bitcoin Cash Szene ganz gut: Es gibt die “Big Blocker” und die “nicht ganz so Big Blocker”. Diejenigen, die die Blockchain belasten wollen, als gäbe es kein Morgen, und diejenigen, die lieber weniger Traffic erlauben, aber diesen dafür auch durchgängig verarbeiten können wollen. Diese gedankliche Split illustriert die Spaltung, die es im Bitcoin-Ökosystem schon seit langem gibt.




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