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Bitcoin SV bildet 103-Megabyte-Block – BitcoinBlog.de – das Blog für Bitcoin und…


Orange Cube, Lyon. Bild von Anthony via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Bitcoin SV ist weiter auf Rekordjagd. Nachdem die Miner schon kurz nach der Hard Fork im November mit einem Block mit einer Größe von 64 Megabyte eine neue Höchstmarke für dezentrale Blockchains gesetzt haben, legen sie nun nach.

Begonnen hat dieser Rekordversuch schon an Weihnachten. Der chinesische Mining-Pool Mempool hat am 26. Dezember einen Block mit einer Größe von 80 Megabyte erzeugt. Der toppte zwar den bisherigen Rekordblock von 64 Megabyte, den der Pool CoinGeek unmittelbar nach der Hardfork am 15. November gebildet hatte – aber er blieb unter den Erwartungen. Schließlich hatte Calvin Ayre von CoinGeek kurz vorher getweetet, dass er hoffe, noch im Jahr 2018 einen 128-Megabyte-Block zu sehen. Dieser würde die volle Kapazität von Bitcoin SV ausreizen.

Dann kam Sylvester, und das Jahr ging ohne neuen Monsterblock zu Ende. Am dritten Januar hat Mempool dann weiter an den Megablöcken gearbeitet. Das Ziel war es, mehr als 100 Megabyte zu schaffen. Ein erster Versuch ging schief. Mempool bildete den Block zwar, und gab ihn an einige andere Knoten weiter – doch noch bevor er überall ankam, hatte Coingeek einen anderen, kleineren Block erzeugt, der sich schneller im Netzwerk ausbreitete. Mempools 100-Megabyte-Block wurde verwaist.

Waisenkinder und Bandbreite

Eigentlich ist es ganz einfach: Je größer der Block, desto länger dauert es, ihn an die anderen Miner zu übertragen, und desto größer wird die Gefahr, dass diese einen alternativen Block finden, bevor der eigentliche Block ankommt. Um große Blöcke zu minen, muss ein Miner gut vernetzt sein und die notwendige Bandbreite haben, damit er seinen Block schnell an die anderen Knoten im Netzwerk hochladen kann. Der Mechanismus der Verwaisten Blöcke (englisch: orphans) verhindert so auch, dass ein bösartiger Miner das Netzwerk dauerhaft mit Blöcken zukleistert, die zu groß sind, um verarbeitet zu werden.

Auch ein zweiter Anlauf von Mempool schlug fehl. Der Block wurde wieder verwaist. Der Pool rüstete seine Bandbreite auf und vernetzte sich besser mit den anderen wichtigen Knoten. Dann probierte er es erneut – und schaffte es. Block 563638 setzte sich durch und wurde zum Teil der Blockchain. Er ist 103 Megabyte schwer und enthält 460.400 Transaktionen.

Block 563.638 auf Blockchair.org

Zum Vergleich: Ein Bitcoin-Block ist nur 1-1,5 Megabyte groß, am Tag wächst die Blockchain um etwa 160 Megabyte und prozessiert gut 300.000 Transaktionen. Man könnte sagen, in den Block von MemPool passen etwa zwei Drittel eines Bitcoin-Tages. Für eine dezentrale Blockchain ist das ein absoluter Rekord. Man könnte meinen, dass sei für jeden Big Blocker ein Erfolg.

“Aber das ist ja gar nicht echt.”

Die Bitcoin-SV-Szene feiert Block 563638, natürlich. Sie handelt ihn als Beweis, dass Bitcoin SV die einzige Blockchain sei, die beweist, dass sie skalieren kann. Dagegen notiert die Bitcoin-Cash-Community (BCH) den Block mit Skepsis. Kein Wunder: Bitcoin Cash (BCH) hat sich bei der November Hardfork dafür entschieden, das Blocksize-Limit bei 32 Megabyte zu halten, anstatt es wie Bitcoin SV auf 128 Megabyte zu erhöhen.

Eine einmalige Spitzenbelastung, heißt es also, bedeute nicht viel. Viel wichtiger sei es, wie viel das Netzwerk im Durchschnitt aushält. Zudem sei der Block nicht echt gewesen, da er nicht aus Transaktionen im Pool der unbestätigten Transaktionen komme, sondern durch eigene Transaktionen von Mempool fabriziert worden sei. Daher sage er auch nichts darüber aus, ob solche Blöcke unter echten Bedingungen möglich sind.

Natürlich ist da etwas dran. Interessanter als ein Test der einmaligen Spitzenbelastung wäre es, eine Serie so großer Blöcke zu beobachten. Und es stimmt auch, dass Mempool den Block mit selbstgebastelten Transaktionen gefüllt hat. Der Admin des Pools hat daraus kein Geheimnis gemacht. Er erklärte, man wolle Flaschenhälse testen.

Und dies hat seinen Wert. Der Test zeigt, dass das Netzwerk in der Lage ist, eine Spitzenbelastung von Blöcken mit 103 Megabyte zu meistern. Auch konnte der Block recht zügig zu den anderen Minern und Knoten ausgeliefert werden: Der nächste Block wurde nur gut drei Minuten später gefunden, einige Nodes berichten, dass sie etwa 40 Sekunden gebraucht haben, um ihn zu empfangen. Das ist, an sich, ok. Das Netzwerk kommt mit diesem hohen Durchfluss klar.

Der Flachenhals der Block-Propagierung ist offenbar nicht so eng, wie es manchmal dargestellt wird. Er ist nur einer von vielen anderen Faktoren – die Aufnahme von Transaktionen in den MemPool, die Dauer der initialen Synchronisierung von Nodes, der Festplattenverbrauch und so weiter – aber es ist interessant, auszuloten, wie weit es hier geht.


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