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Blockstreams Liquid ist live – BitcoinBlog.de – das Blog für Bitcoin und andere …

Nach langer Entwicklung ist es nun soweit: Die Liquid-Sidechain von Blockstream ist online. Sie soll einen Kanal bilden, durch den Bitcoins schnell und privat offchain überwiesen werden. Eine Reihe von Firmen der Branche, darunter Bitmex und Bitfinex, sichern die Sidechain gemeinsam.

Man könnte sagen, seit gestern hat Bitcoin sein eigenes, besseres Ripple: Eine Sidechain, die von 23 großen Firmen getragen wird, und die es ermöglicht, Bitcoin-Transaktionen zu beschleunigen, zu verschleiern und hoch zu skalieren. Damit hat die Firma Blockstream nach mehr als dreijähriger Arbeit also ihr Produkt veröffentlicht.

Die Liquid-Blockchain, ist auf dem Blog von Blockstream zu lesen, “ging am 27. September um 1:19 Uhr live mit dem ersten Block. 23 der größten Akteure des Ökosystems haben am Start teilgenommen, darunter Altonomy, Atlantic Financial, Bitbank, Bitfinex, Bitmax, BitMEX, Bitso, BTCBOX, BTSE, Buull Exchange, DGroup, Coinone, Crypto Garage, GOPAX (operated by Streami), Korbit, L2B Global, OKCoin, The Rock Trading, SIX Digital Exchange, Unocoin, Xapo, XBTO, und Zaif.” Wenn die meisten dieser Firmen euch nichts sagt – mir auch nicht. Ich kenne auch nur einige davon.

Diese 23 Firmen werden “das Liquid Netzwerk darstellen und gewährleisten, dass die Assets der User durch ein geographisch diverses Netzwerk ohne einen einzelnen Punkt des Scheiterns (Single Point of Failure) gesichert sind.”

L-BTC

Ein User, der das Liquid-Netzwerk benutzen möchte, friert Bitcoins auf der Mainchain ein, und bekommt dafür Bitcoins auf der Liquid-Sidechain gutgeschrieben. Diese Bitcoins heißen “Liquid Bitcoin (L-BTC)” und können zu jeder Zeit gegen Mainchain-Bitcoins eingelöst werden. Sie können schneller überwiesen werden; Blockstream verspricht ein Settlement in zwei Minuten. Darüber hinaus benutzt Liquid “Confidential Transactions”, was bedeutet, dass der überwiesene Betrag nicht in der öffentlichen Blockchain steht, sondern nur dem Sender und Empfänger einer Transaktion bekann ist. Ferner ist es möglich, auf Liquid Token zu veröffentlichen, seien es Wertpapiere oder Stablecoins.

Blockstream kündigt an, dass weitere Features folgen werden. Diese sind etwa die Integration der Sidechain in die Wallet von GreenAddress (die von Blockstream gekauft wurde), eine neue Open-Source-Wallet für Liquid, sowie Pläne, die Sidechain in die Hardware-Wallets von Ledger rund Trezor zu bringen.

Hört sich schon einmal großartig an. Die FAQ erklärt, wie Liquid für die User funktionieren kann: “Börsen, die Mitglieder des Liquid-Netzwerks sind, sind in der Lage, Bitcoins zu anderen teilnehmenden Börsen durch das Liquid-Netzwerk zu senden […] Zuerst fordert ein Kunde eine Einzahlungs-Adresse von der Zielbörse an. Diese Adresse ist ähnlich wie eine Bitcoin-Adresse, aber fängt mit den Buchstaben CT an.” Dann geht der User so vor, wie gewohnt: er fordert eine Auszahlung an diese Adresse an. “Die Börse schickt dann Bitcoins durch das Liquid Netzwerk zu einer anderen Börse, die auf Bestätigungen wartet und dann die Coins deinem Account gutschreibt. User müssen niemals direkt auf das Liquid Netzwerk zugreifen oder Bitcoins im Liquid Netzwerk halten – die Börsen werden das für euch übernehmen.”

Die föderale Sidechain

Liquid ist eine “föderierte Sidechain”. Sie wird, so die FAQ, “niemals so dezentral sein wie Bitcoin.” Allerdings ist sie so aufgebaut, dass sie keinen Single-Point-of-Failure hat, da sie auf geographisch verteilten Servern läuft, die unabhängig voneinander von Bitcoin-Börsen betrieben werden. Die grundlegende Architektur nennt sich “Strong Federations”, also “Starke Föderationen”.

Ein recht anschaulich geschriebenes Whitepaper von Blockstream erklärt, wie die Starke Föderation funktioniert. Die Miner, die bei Bitcoin die Blöcke produzieren, werden durch ein “fixes Set an Teilnehmern” und ein “Multisignatur-Schema” ersetzt. Die Mitglieder der Föderation sind gewissermaßen das Scharnier zwischen Mainchain und Sidechain. Sie bilden die sogenannten “Funktionäre”, die in zwei Gruppen aufgeteilt werden: “Blockunterzeichner” und “Wachleute”. Die ersten produzieren Blöcke und bilden damit die Historie des Konsens, die zweiten sind dafür verantwortlich, dass der Wechsel von Assets zwischen der Side- und der Mainchain nach Protokoll verläuft.

Die Funktionäre beobachten dabei beide Blockchains, um die Transaktionen zwischen diesen zu validieren. Jedes Mitglied der Förderation betreibt dazu einen Server, auf dem ein Knoten von beiden Chains läuft. Der Mechanismus, mit dem die Sidechain einen Konsens findet, ist clever: “Das Skript implementiert ein k von n Multisignatur-Verfahren. Dieser Mechanismus verlangt, dass Blöcke von einer bestimmten Schwelle an Zeichnern unterschrieben werden.” Eine Mehrheit der Mitglieder der Föderation muss also bestätigen, dass ein Block valide ist.

Konzeptionell erinnert die Sidechain stark an Ripple, wo der Konsens auch durch eine Abstimmung von mehr oder weniger offiziellen Validatoren gebildet wird. Anders als bei der Sidechain ist bei Ripple jedoch keine (offizielle) Mitgliedschaft notwendig, und es gibt deutlich mehr Validatoren. Man könnte Liquid also als ein (noch) zentralisiertes Ripple betrachten.

Allerdings muss man die föderierte Sidechain wie bereits Lightning in den Kontext einer funktionierenden, dezentralen Mainchain setzen: Sie soll diese nicht ersetzen, sondern an Stellen ergänzen, wo es weniger um Dezentralität geht, sondern um Geschwindigkeit und Skalerbarkeit.

Keine Konkurrenz

A propos Lightning: Macht sich Blockstream mit Liquid nicht selbst Konkurrenz? Schließlich ist die Firma einer der Hauptakteure von Lightning, einer anderen Methode, um Bitcoin offchain zu skalieren.

Die FAQ erklärt, weshalb nicht. “Das Lightning-Netzwerk wurde entwickelt, um den Beinah-Echtzeit-Transfer von Zahlungen mit kleinem oder mikroskopischem Wert zwischen durch Channels verbundene Mitglieder und Händler zu ermöglichen. Der Betrag der Transaktion wird durch die Kapazität des Channels begrenzt, vor allem durch die Kapazität des kleinsten Channels in den ‘Sprüngen’ zwischen Sender und Empfänger.”

Liquid dagegen wurde gebildet, um den schnellen Transfer von großen Beträgen zwischen Börsen zu ermöglichen. Daher machen sich die beiden Methoden offenbar keine Konkurrenz.

Rooststock und Drivechains

Hingegen dürfte Liquid womöglich in einem Konkurrenzverhältnis zu Rootstock und Drivechain stehen, den Sidechains des argentinischen Entwicklerstudios RSK sowie von Entwickler Paul Sztork. Wie Liquid ist Roostock eine “föderierte Sidechain”, legt den Fokus aber verstärkt auf eine Ethereum-ähnliche Smart-Contract-Sprache, während Drivechain soweit ich weiß einen stärker dezentralen Mechanismus für den Wechsel zwischen Main- und Sidechain verwendet.

Die beiden Projekte sind erst vor kurzem live gegangen. Ein übermäßiges Interesse von Usern ist mir bislang noch nicht bekannt. Aber vielleicht sehen wir in den kommenden Monaten (oder Jahren) das Erwachen der Sidechains. Technisch möglich ist es auf jeden Fall.


Prima diese Newsschlagzeile schrieb

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